Verbandsdarstellung
Von Antje Schneider, Geschäftsführerin des Bremer Verbandes Bildender Künstlerinnen und Künstler
Die Mitgliederzeitung UP ART des Bremer Verbandes Bildender Künstlerinnen und Künstler, kurz BBK, ist nicht wirklich nur eine Mitgliederzeitung. Sie war es aber einmal …
Noch bis in die 90er Jahre hat der Verband mehrfach im Jahr eine Sammlung von Schwarz-Weiß-Kopien (auf DIN A 5-Format geheftet) an seine Mitglieder verteilt. Ähnlich den Mitteilungsblättern von Sportvereinen war das Erscheinungsbild nüchtern. Informationen für die Verbandsmitglieder zu Ausschreibungen oder Ausstellungsankündigungen, Gesuche von Atelierräumen usw., aber auch Berichte über die Verbandstätigkeiten waren dort zu finden.
Doch mit Anbruch des neuen Jahrtausends wurde die Außendarstellung des Verbandes der Bildenden Künstler der Stadt Bremen überdacht. Parallel dazu wurde das Erscheinungsbild des Verbandes ganzheitlich neu gestaltet: das Logo trat ebenso auf Briefpapier, wie auf (Jahres)-Katalogen und später auf der Homepage auf. Offensichtlich setzte sich auch der Gedanke durch, dass eine Mitgliederzeitung nicht nur verbandsintern informieren, sondern unterstützt durch eine professionelle grafische Gestaltung, auch eine gewisse Außenwirkung haben kann.
Durch die finanzielle Unterstützung des Senators für Kultur der Hansestadt Bremen und der damit ermöglichten Erhöhung der Auflage auf 1.500 Stück, wobei der Verband gut 220 Mitglieder zählt, wurde gezielt die Grundlage geschaffen, die Zeitschrift – und damit ebenso kulturpoltische Inhalte – breiter in die Öffentlichkeit zu tragen. Der Großteil der Auflage wird an »Orten der Kunst« kostenfrei ausgelegt. Besucher von Museen, Galerien und Bibliotheken nehmen regelmäßig die UP ART mit. Ein weiterer Teil der Auflage wird direkt an Kulturinteressierte in Bremen und umzu versendet. Die Existenz und Arbeit von bildenden Künstlern in der Stadt wird somit sichtbar gemacht.
Von einem kleinen Redaktionsteam wird die Bremer Kulturszene regelmäßig nach berichtenswerten Themen gesichtet. Im Laufe der Zeit haben sich Schwerpunkte in der Berichterstattung, quasi Rubriken, herauskristallisiert: natürlich sind es die Ausstellungen in Bremen und anderswo, aber auch die Kulturpolitik in der Hansestadt wird durchaus kritisch begleitet, und über Veränderungen in der Galerieszene oder in der Museumslandschaft wird informiert. Das Verbandsinterne rückt in den Hintergrund – auf die hinteren Seiten. Es wird darüber berichtet – der Austausch der Informationen fließt – aber nicht unbedingt als »Titelstory«.
Eine Besonderheit der up art ist sicherlich die Tatsache, dass das Redaktionsteam offen ist für unterschiedliche Autoren in den jeweiligen Ausgaben. Kein Autor schreibt in jeder Ausgabe – vielmehr ist es ein Anliegen, für die unterschiedlichen Themen auch den besten Autor zu finden. Mal sind es Kunsthistoriker der Stadt, die Ausstellungsprojekte erläutern; mal Künstler unterschiedlicher Sparten, die Kooperationen mit anderen Künstler näher bringen; ein anderes Mal sind es die Stipendiaten selbst, die z. B. über ihre Arbeitsaufenthalte im Ausland berichten.
Überregional hat das Erscheinungsbild eine so große Wirkung, dass bereits andere Landesverbände in Deutschland die up art »kopiert« haben. Ebenfalls ergeben sich durch den Auftritt des Bremer Verbandes stets Kontakte zu anderen Landesverbänden, die sich im Austausch und in Ausstellungsprojekten niederschlagen.